Marko Lehtinen  |  27.06.2012
«Griechenland lohnt sich»

Basel – Wer in letzter Minute Sommerferien bucht, trifft auf eine erstaunliche Auswahl an Möglichkeiten, sagt Eveline Kasper vom Reisebüro Ferieninsel.

Trotz Wirtschaftskrise ist Griechenland auch im Sommer 2012 eine empfehlenswerte Feriendestination. Im Bild: die Insel Santorini.

Baslerstab: Frau Kasper, übermorgen beginnen die Sommerferien. Können Kurzentschlossene jetzt noch Ferien buchen, oder ist der ganze Kontinent für die nächsten Wochen ausgebucht?
Eveline Kasper: Es gibt noch Möglichkeiten. Zum Beispiel in Griechenland gibt es noch viele freie Hotelzimmer – dies, weil die Deutschen in diesem Sommer aus wirtschaftlichen und politischen Gründen nicht so gerne dorthin reisen. Sei es Kreta, Korfu oder eine sonstige Ferieninsel, wir haben für Griechenland gute Last-Minute-Angebote mit Flug ab Basel.

Viele halten es im Moment für riskant, in Griechenland Ferien zu machen.
Das ist unbegründet, denn auf den Ferieninseln ist von der herrschenden Krise wenig zu spüren. Die Anlagen sind sehr gepflegt, das griechische Personal ist nach wie vor sehr freundlich. Das Land hat für jeden etwas zu bieten: Baden, Kultur, Unterhaltung. Und nicht zuletzt sind die Angebote in diesem Sommer sehr günstig. Für rund 500 Franken können Sie in Griechenland eine ganze Woche Ferien machen – inklusive Flug, Hotel und Halbpension.

Welche sonstigen Last-Minute-Destinationen können Sie empfehlen?
Die Kanarischen Inseln, vor allem Gran Canaria, sind beliebt und günstig. Und sehr empfehlenswert ist auch Bulgarien. Ausserdem gibts gute Angebote für Tunesien, vor allem für Djerba. Etwas schwieriger wird es, wenn Sie nach Mallorca wollen.
Dort sind die Angebote im Last-Minute-Bereich im Hochsommer eher knapp.

Wie sieht es mit der Türkei aus?
An der türkischen Südküste sind die guten Hotels ausgebucht. Wer in der Türkei kurzentschlossen Badeferien machen will, muss sich also mit schlechteren Anlagen begnügen und Abstriche in der Qualität in Kauf nehmen.

In welcher Preisklasse bewegen sich die günstigsten Angebote für Last-Minute-Ferien?
In Tunesien und Malta bieten wir derzeit einwöchige Badeferien für 330 Franken an.

Malta? Die Insel besteht doch aus dem Hauptort und ein paar Felsen…
Ja, als Badeort ist Malta mit seinen zwei Stränden tatsächlich weniger bekannt. Wer sich aber für Kultur und spannende Landschaften interessiert, ist in Malta und der Hauptstadt La Valletta gut aufgehoben.

Gibt es auch Last-Minute-Angebote für das grössere Portemonnaie, oder bewegen sich die Angebote nur im unteren Preissegment?
Sie können auch in höheren Preisklassen kurzfristig buchen, zum Beispiel für Dubai. Dort ist es im Moment jedoch 40 Grad heiss. Oder für weit entfernte Destinationen wie die Malediven gibt es ebenfalls Last-Minute-Angebote. In vielen dieser Gebiete ist im Sommer allerdings Regenzeit.

Lohnt es sich, im Sommer Badeferien in Übersee zu buchen?
Ehrlich gesagt, nein. Warum in den Sommerferien in die Ferne schweifen und mehr bezahlen, wenns am Mittelmeer genauso heiss und ebenso schön ist? Für Badeferien in Übersee gibts bei uns den Winter…

In letzter Minute Sommerferien am Mittelmeer zu buchen, scheint also kein Problem zu sein. Irgendwo muss doch aber der Haken sein.
Nein, einen Haken hat die Sache nicht. Sie müssen einfach flexibel sein und im Voraus keine fixe Idee davon haben, in exakt welches Hotel Sie an exakt welchem Ort hinwollen.

Welches sind im Sommer 2012 die beliebtesten Ferienorte der Basler?
Neben dem Mittelmeer liegen in diesem Sommer die USA und Kanada im Trend. Viele Basler machen dort Ferien im Wohnmobil oder Mietwagen – dies nicht zuletzt wegen des niedrigen Dollarkurses. Beliebt sind auch Überseereisen in Gebiete ohne Regenzeit wie zum Beispiel Malaysia. Relativ viele Basler unternehmen im Sommer zudem Städtetrips in Richtung Norden: Hamburg, Göteborg oder Kopenhagen sind beliebte Destinationen. Und im Trend sind schliesslich auch die Kanalinseln wie Guernsey.

Und welche Destinationen sind bei den Baslern in diesem Sommer out?
Die Buchungen für die Dominikanische Republik sind nach meinem Gefühl deutlich zurückgegangen.

www.ferieninsel.travel

Wasserferien in der Schweiz
Nicht nur im Ausland, auch in der Schweiz sind kurzfristige Sommerferien am Wasser möglich.

Zugegeben, ein Meer hat die Schweiz nicht zu bieten. Entsprechend gibt es in unserem Land keine kilometerlangen Sandstrände. Sommerferien am Wasser sind jedoch auch hierzulande überaus attraktiv – und ebenso kurzfristig buchbar wie die Mittelmeerferien in den Last-Minute-Büros. «Die Gäste können jederzeit kurzfristig ihre Ferien buchen», sagt Daniela Bär von Schweiz Tourismus. Das Buchungsverhalten habe sich verändert, und es werde immer kurzfristiger reserviert und gebucht. Das liege wiederum am wechselhaften Schweizer Wetter: «Ist am Wochenende gutes Wetter angesagt, steigen die Buchungen sofort. Diesem Gästeverhalten versuchen sich die Anbieter anzupassen.»
Die Möglichkeiten, Ferien am Wasser zu verbringen, sind vielfältig: Rund 7000 Seen, über 120 Gletscher, viele Wasserfälle, Schluchten, Höhlen, Grotten und Tausende Kilometer an Flussläufen prägen die Schweiz. «Südseeambiente gibts auf den Lorelei-Inseln im Urnersee, Mystik am Caumasee bei Flims und einen Hauch von Côte d’Azur am Sandstrand von Yverdon-les-Bains», nennt Daniela Bär einige Beispiele.
Passend dazu widmet sich Schweiz Tourismus in diesem Sommer ganz dem Thema «Wasser». Auf seiner Homepage www.myswitzerland.com findet sich die Broschüre «Top 150 Wassererlebnisse» mit vielen Tipps für Ferien am Wasser.leh.



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